Schimmel im Haus: Ursachen erkennen und richtig handeln
Schimmel an der Wand hat immer eine Ursache – und die ist fast immer Feuchtigkeit. Wer nur die Flecken überstreicht, sieht sie nach wenigen Monaten wieder. Dieser Ratgeber erklärt die häufigsten Ursachen, was Sie sofort tun können und wann ein Fachbetrieb gefragt ist.
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Die vier häufigsten Ursachen
Schimmelpilze brauchen Feuchtigkeit, Nährstoffe und Zeit. Nährstoffe finden sie in Tapeten, Kleister und Staub fast überall; entscheidend ist also die Feuchte auf der Wandoberfläche.
- Wärmebrücken: Kalte Außenecken, Fensterlaibungen und Betondecken, an denen Raumluft kondensiert
- Unzureichende Lüftung: Hohe Luftfeuchte aus Duschen, Kochen, Wäschetrocknen und Atmen bleibt im Raum
- Wasserschäden: Undichte Leitungen, defekte Silikonfugen, Rohrbrüche oder eindringendes Regenwasser
- Baufeuchte und aufsteigende Feuchte: Fehlende Abdichtung im Keller oder Sockelbereich, Neubaufeuchte
Sofortmaßnahmen bei kleinem Befall
Bei oberflächlichem Befall unter etwa einem halben Quadratmeter können Sie selbst handeln: Fläche mit hochprozentigem Alkohol oder einem geeigneten Schimmelentferner abwischen, Handschuhe und Maske tragen, Lappen entsorgen, Raum gut lüften. Tapeten mit Befall sollten entfernt werden.
Wichtig: Diese Maßnahme beseitigt den sichtbaren Befall, nicht die Ursache. Kommt der Schimmel zurück, ist eine Ursachenanalyse nötig.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist
Großflächiger Befall, Schimmel hinter Möbeln oder in Ecken, muffiger Geruch ohne sichtbaren Befall, Befall in Schlaf- oder Kinderzimmern und jeder Verdacht auf einen Wasserschaden sind Fälle für den Fachbetrieb. Wir messen die Feuchtigkeit, grenzen die Ursache ein und ziehen bei Leitungsschäden die Leckortung von SKZ Rheinland hinzu.
So läuft eine fachgerechte Sanierung ab
Zuerst wird die Ursache beseitigt: Wärmebrücke dämmen, Leitung reparieren, Lüftungskonzept anpassen. Dann werden befallene Tapeten, Putze und Anstriche staubarm entfernt und entsorgt, die Flächen gereinigt und desinfiziert. Der Neuaufbau erfolgt mit diffusionsoffenen, alkalischen Materialien wie Kalkputz und Silikat- oder Kalkfarbe. An kalten Wänden können Innendämmplatten aus Calciumsilikat die Oberflächentemperatur anheben.
Richtig lüften und heizen
Mehrmals täglich für einige Minuten querlüften – im Winter kurz und kräftig, nicht auf Kipp. Nach dem Duschen und Kochen sofort lüften. Räume nicht unter etwa 16 Grad auskühlen lassen, Möbel einige Zentimeter von Außenwänden abrücken. Ein Hygrometer hilft: Die relative Luftfeuchte sollte dauerhaft unter etwa 60 Prozent liegen.
Schimmel an Fenstern und Silikonfugen
Schwarze Punkte an Fensterrahmen oder in der Silikonfuge von Dusche und Badewanne sind ein eigener Fall: Hier genügt meist regelmäßiges Abtrocknen nach dem Duschen sowie ein Austausch stark befallener Silikonfugen, statt der Wand selbst. Zieht der Schimmel jedoch in die angrenzende Wandfläche oder in den Putz hinter den Fliesen, braucht es die gleiche Ursachenprüfung wie bei jedem anderen Befall.


