Wandfarbe auswählen: Farbton, Glanzgrad und Qualität verstehen
Auf dem Farbeimer stehen Begriffe wie Deckkraftklasse, Nassabrieb und Glanzgrad – und im Regal warten hundert Weißtöne. Damit die Wand am Ende so aussieht wie gewünscht, lohnt ein Blick auf die Grundlagen.
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Deckkraft und Nassabrieb
Die Deckkraft wird in Klassen von 1 (sehr gut) bis 4 angegeben. Farben der Klasse 1 oder 2 decken meist in einem Anstrich, günstige Farben der Klasse 3 oder 4 brauchen zwei bis drei Anstriche – der vermeintliche Preisvorteil ist dann schnell dahin.
Die Nassabriebklasse beschreibt, wie gut sich die Wand feucht reinigen lässt: Klasse 1 ist scheuerbeständig und für Küche, Flur und Kinderzimmer geeignet, Klasse 2 waschbeständig für Wohnräume, Klasse 3 nur für wenig beanspruchte Flächen.
Glanzgrad: matt, seidenmatt oder glänzend
Stumpfmatte Farben kaschieren Unebenheiten und wirken edel, sind aber empfindlicher gegen Abrieb. Seidenmatte Farben sind robuster, betonen aber jede Unebenheit durch Lichtreflexe. Glänzende Wandfarben werden nur in Ausnahmefällen eingesetzt. Für Altbauwände empfehlen wir in der Regel stumpfmatt.
Farbton nach Licht und Raum wählen
Nordräume mit kühlem Licht profitieren von warmen Tönen wie Creme, Sand oder gebrochenem Weiß. Südräume vertragen kühlere Töne. Dunkle Farben lassen kleine Räume kleiner wirken, können in großen Räumen aber Gemütlichkeit schaffen. Helle Decken lassen Räume höher erscheinen.
Ein Farbton wirkt auf der Wand immer intensiver als auf der kleinen Farbkarte. Deshalb streichen wir Muster von mindestens einem halben Quadratmeter direkt auf die Wand und beurteilen sie bei Tages- und Kunstlicht.
Mineralisch oder Dispersion?
Dispersionsfarben sind der Standard: robust, leicht zu verarbeiten, in jedem Farbton mischbar. Mineralische Silikat- und Kalkfarben sind diffusionsoffen, schimmelhemmend und frei von Konservierungsmitteln – ideal für Altbauwände mit Kalkputz, Schlafzimmer und Allergiker. Sie stellen aber höhere Anforderungen an den Untergrund.
Auf Umweltzeichen achten
Wer beim Kauf auf Emissionen achten möchte, findet Orientierung in unabhängigen Umweltzeichen wie dem Blauen Engel oder dem EU Ecolabel: Sie kennzeichnen Farben mit geringem Lösemittelanteil und geprüften Emissionswerten. Für Schlafräume, Kinderzimmer und Allergiker lohnt sich der Blick auf das Label neben der reinen Deckkraftangabe.


